Liga: TSV Etelsen - TSV Ottersberg 0:6 (0:3)

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Auweia! blush

Eine 0:6 Pleite - sowas darf einem angeblichen Spitzenteam mit Ambitionen vor gut 500-600 Zuschauern bei strahlendem Sonnenschein auf heimischem Platz ja wohl nicht passieren, da kann es keine zwei Meinungen geben... Blablabla. Es ist immer einfach, nach Siegen Lobeshymnen auf das Team anzustimmen, um nach solchen Enttäuschungen umso begeisterter auf die Mannschaft einzuprügeln. Aber nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, sehe ich die Sache deutlich entspannter. Tatsache ist, dass das Spiel nicht unglücklicher hätte starten können. Ich hatte die Kamera kaum vorm Auge, da klingelte es schon das erste Mal in unserem Gehäuse. Mit 33 Sekunden liegt die Vermutung nahe, dass dieser Treffer der schnellste in dieser Saison in unserer Liga sein und auch bleiben dürfte. Ein völlig verunglückter (Rück-) Pass aus den eigenen Reihen landete bei Ottersbergs Zehner, Egzon Percani, und erwischte die übrigen Abwehrkräfte auf dem völlig falschen Fuß. Unser Keeper, Cedric Dreyer, blieb beim Rauslaufen auf halber Strecke stehen, Robert Littmann ging nicht dynamisch genug zum Ball und auch Simon Gloger gelang es nicht mehr, Percanis Heber zu verhindern. Dennoch muss ich sagen, unsere Jungs zeigten sich von diesem allzu frühen Gegentor kaum geschockt, im Gegenteil, in den Folgeminuten hatten die Schlossparkkicker eindeutig mehr vom Spiel und drangen auf den Ausgleich. Doch wie es im Fußball recht oft geschieht, machen die Einen das Spiel und die Anderen das Tor. Erneut war es Percani, der mit einem Sonntagsschuss am Ostermontag aus ca. 25 m unseren Keeper ziemlich alt aussehen ließ und auf 0:2 (13.) erhöhte. Eigentlich war das schon eine kleine Vorentscheidung, aber die Schlossparkkicker hatten sich noch nicht aufgegeben und berannten weiter das Tor der Gäste, allerdings erfolglos. Wenn man sieht, wieviele ruhende Bälle wir bis zur 35 min hatten und wie wenig Gefahr davon ausging, dann ist das mit Sicherheit einer der Ursachen für diese Heimpleite. Trotzdem hätten wir durch Schöning zumindest den Anschlusstreffer verdient gehabt. Ein grober Schnitzer der Ottersberger Hintermannschaft vor dem eigenen Strafraum hatteTimo überraschend in Ballbesitz gebracht. Schöning schaltete auch blitzschnell in den Angriffsmodus, sein Abschlussversuch blieb aber am ausgestreckten Fuß des super reagierenden Schlussmanns der Gäste hängen (33.). Hier hätte der Fußballgott die Chance gehabt, für etwas ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen (angesichts unseres eigenen Fehlers vor dem 0:1). Doch wieder kam es anders. Percani glänzte in diesem Spiel nicht nur als Dgoppeltorschütze, wiederholt zeigte er auch schauspielerisches Talent, indem er den sterbenden Schwan gab und durch Geschrei versuchte, aus normalen Zweikämpfen Foulspiele herauszuschlagen (kein Vorwurf an den Spieler, eher ein Problem für die Schiedsrichter). Eine solche Schauspieleinlage war ihm nach meinem Eindruck wohl auch in der 37. Minute in der Nähe der linken Eckfahne gelungen und so konnte David Airich sich infolge des "geschenkten" Freistoßes mit einem sauberen Kopfball zum 0:3 in die Torschützenliste eintragen lassen. Damit war die Messe noch in Halbzeit eins gelesen, auch wenn ich angesichts unserer Aufholjagd im Spiel gegen Hambergen die Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben hatte.

Leider begann die zweite Halbzeit wie die erste, also mit einem Tor für Ottersberg. Ich hatte noch nicht wieder meinen Platz eingenommen, da hatte Cedric Dreyer bereits einen völlig unstrittigen Strafstoß verursacht und Airich ließ sich die Chance auf das 0:4 (47.) auch nicht nehmen. Wirklich unglaublich! Trotzdem versuchte Etelsen in den Folgeminuten zumindest noch den Ehrentreffer zu erzielen, aber es sollte ein gebrauchter Tag bleiben. Ein Konter, mit dem Lukas Klapp auf 0:5 (69.) erhöhte, brachte dann auch die letzte Gegenwehr zum Erliegen, sodass unsere Jungs in der 90. auch noch das 0:6 durch Alexander Garuba schlucken mussten.

Am Ende muss man die gnadenlose Effizienz der Gäste anerkennen. Da war nahezu jeder Ball, der aufs Tor kam, auch drin. Bei uns dagegen hatte man den Eindruck, dass die Jungs noch den ganzen Tag Freistöße und Ecken hätten schlagen können, ohne dass etwas Zählbares dabei rausgekommen wäre.

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