Nach Turbostart auf die Verliererstraße geraten und doch in letzter Sekunde einen Punkt gerettet!

Wieder einmal Spannung pur am Schlosspark! Der Anpfiff war noch nicht verklungen, da klingelte es schon wieder und zwar im Tor der Gäste. Nico Meyer hatte per Kopf die Pille steil nach vorn in den Lauf von Rezan Demli gespielt, der auf dem Weg zum Tor nicht aufzuhalten war und frei vor Haris Zlomusica zum 1:0 einschob. Ein Auftakt nach Maß der durchaus Wirkung zeigte. Die Harsefelder brauchten gut 25 Minuten, um den schnellen Rückstand zu verdauen und ins Spiel zu finden. Bis es soweit war, bestimmten die Schlossparkkicker ganz klar die Begegnung und hätten durchaus die Führung ausbauen können. Insbesondere ein recht scharf geschossener Freistoß von Maxim Schaf in der 19. hatte es in sich. Von der Lattenunterkante abgeprallt, landete die Kugel leider nur vor statt hinter der Torlinie und konnte schließlich geklärt werden. Nur zwei Minuten später kam Linus Meyer über links und brachte den Ball gefährlich flach vors Tor, doch ein Gegner bereinigte vor unserem einlaufenden Schöning die Situation. Nach einer halben Stunde gab's die erste gute Möglichkeit für Harsefeld, glücklicherweise kam ihr Ben Wilkens aus der Nahdistanz nicht an Schulz vorbei. Optisch hatten sich die Gäste in der Schlussphase des ersten Durchgangs sogar ein Übergewicht erarbeitet, aber unsere Jungs behielten die Übersicht und blieben gefährlich. Es war schon tief in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs, als ein Freistoß für die Schlossparkkicker von Harsefelds Wilkens zur Ecke "geklärt" wurde, die dann von Linus Meyer skrupellos in die Maschen geköpft wurde. Sauber!

Mit dem 2:0 ging's in die Pause.

Die zweite Hälfte begann weitgehend ausgeglichen, wobei die Gäste in der 53. ein Ausrufezeichen in Form einer Direktabnahme von Jonathan Bondombe Simba nach Boral-Flanke setzten, die allerdings deutlich über den Kasten ins Toraus flog. Wir revanchierten uns eine Minute später durch Nico Meyer, der nach Rezan Demlis Zuspiel aus ca. 25 m Zlomusica zu einer Glanzparade zwang. Eigentlich sah es ganz gut aus, wir hätten bis zur 63. Min. durchaus nachlegen können, doch es gelang uns nicht, den Sack zuzumachen.  Ein Gästeangriff war eigentlich schon mit einem Befreiungsschlag durch Petzold geklärt worden, doch Seepolt brachte die Kugel prompt zurück, bediente noch vor unserem Strafraum Murat Boral, der sich nicht vom Ball trennen ließ und geschickt den im 16er lauernden Lukas Brünjes bediente. Brünjes ließ unserem Schulz im Tor aus 14 m keine Abwehrmöglichkeit und verkürzte so auf 1:2. Für uns war das der Knackpunkt im Spiel, auch wenn Linus Meyer nur zwei Minuten später die richtige Antwort auf dem Fuß hatte. Nach einer unerwarteten Balleroberung auf der linken Seite marschierte Linus auf und davon, doch Zlomusica parierte den Abschluss. Das wär's vermutlich gewesen. Doch so verloren unsere Schlossparkkicker zusehends den Faden. Natürlich hatten die Gäste jetzt die "zweite Luft" und wollten den Ausgleich. Außerdem taten aufkommende Nickligkeiten ihr Übriges und so wurde zeitweilig mehr bebolzt als gespielt. Ein Freistoß in der 70. bescherte Harsefeld den Ausgleich. Es war ihr Jonathan Bondombe Simba, der das Leder optimal traf und mit einem platzierten Schuss aus ca. 18 m für Jubel bei den Grünen sorgte. Mit dem 2:2 war das Momentum nun endgültig auf Seiten der Gäste und wir gerieten zunehmend unter Druck. So durfte der ballführende Seepolt unbedrängt durchs Mittelfeld marschieren und aus etwa 24 m einfach mal abziehen. Man soll's nicht glauben, dass Ding war drin! Kein Vorwurf an Schulz, den m. E. von Petzold noch leicht abgefälschten Ball konnte er nicht halten. Aber offensichtlich war Aufgeben für die Schlossparkkicker keine Option! Im Gegenteil, in der Schlussphase drückten sie der Begegnung noch mal ihren Stempel auf und hatten in der 88. allerdings auch das Glück des Tüchtigen, als Harsefeld nach Konter nur die Latte traf (einen scharf geschossenen Flachschuss von der Strafraumkante hatte Schulz nur nach vorn abwehren können, genau vor die Füße von Murat Boral, der aus 6 m jedoch kläglich scheiterte).

Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit hätten Linus Meyer und Neo Buttgereit bereits den neuerlichen Ausgleich erzielen können, doch Linus scheiterte am Keeper und Neo wohl an seinen Nerven. Aber auch unser Schulz war bei zwei vom eingewechselten Yonas Benecke initiierten Angriffen zu Beginn der Nachspielzeit nochmal gefordert. Doch schließlich belohnten sich unsere Jungs für ihre nimmermüden Versuche mit dem 3:3 durch Linus Meyer, der nach einigem Hin und Her im Strafraum Nutznießer einer Schöning-Ablage wurde und aus 15 m den vielumjubelten Ausgleich markierte (90.+3).

Kurz darauf sorgte Harsefelds Tomelzick durch ein überhartes Einsteigen gegen Neo Buttgereit für erhitzte Gemüter auf beiden Seiten und die einzige Rote Karte der Begegnung, drei Minuten später ertönte der Schlusspfiff.

Fazit: Wir sind zwar mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Halbzeit gegangen, dennoch fühlt sich das Unentschieden für mich nicht wie eine Niederlage an. Beide Teams haben nie aufgesteckt und so geht das Ergebnis in Ordnung.